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abofallen in app-werbung

11 Kommentare

Iphone-Ticker berichtet über gehäuft auftretende Abofallen durch Werbung in iPhone-Apps und Bannern. Dabei wird offensichtlich durch einen Klick auf eine solche Werbung die Telefonnummer an den Anbieter übertragen, damit dieser dem Provider gegenüber von einem gültigen Vertrag sprechen kann und die Abo-Gebühren durch diesen einziehen kann.

Die Frage, die sich alle stellen: Wie kommen die Abzocker an die Telefonnummer?

Die Sache ist mitnichten so, dass das Banner diese Information durch das iPhone, die App oder gar durch den Mobile Safari erfährt. Die Schwachstelle ist der Mobilfunkbetreiber. Dieser hat z.B. mit dem Werbetreibenden einen Vertrag. Teil dieses Vertrages ist in etlichen Fällen die Übermittlung der Mobilfunknummer.

Solche Verträge finden sich zum Beispiel sehr häufig bei MBOs. Wenn also eine Firma (Verlag, Mode) selbst als Wiederverkäufer für ein Mobilfunknetz auftritt und für die eigenen Seiten ein kostenlosen Aufruf garantiert, wird dies über die Übermittlung der Mobilfunknummer kontrolliert.

Der hohe Anteil der iPhone-User beim Aufruf von mobilen Bannern und die ebenfalls relativ hohe Klickrate führt offensichtlich dazu, dass dieses Thema in der Öffentlichkeit oft im Zusammenhang mit dem iPhone auftaucht.


Written by qrios

February 18th, 2010 at 8:51 pm

Posted in analytics,gadgets,netzpolitik

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11 Responses to 'abofallen in app-werbung'

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  1. Wie wäre es mal mit Beweisen?
    Solche Unterstellungen kann ja wohl jeder aufstellen

    Oli

    19 Feb 10 at 7:13 am

  2. In meinem privaten Mail-Account liegen noch Log-Files, die ich von einem Dienstleister für mobile Sites erhalten habe. Dessen Auftraggeber (ein großer Verlag) hat einen Vertrag mit dem zweitgrößten Netzbetreiber. In diesen Logfiles finden sich tausende Mobilfunknummern aus dem entsprechenden Netz (an die Nummern aus anderen Netzen kommt man offensichtlich nicht so leicht).

    qrios

    19 Feb 10 at 8:08 am

  3. Was genau bedeutet das jetzt für den User und wie kann er sich schützen?

    Das Sperren von Diensten Dritter hat bei meinem Anbieter nur bewirkt, dass er 0190 Nummern rausgenommen hat.

    KTB

    22 Feb 10 at 7:55 pm

  4. Hm, der User kann sich eigentlich nicht schützen. Das Problem ist kurz gesagt eigentlich folgendes: bobmobil hat bei bild.de eine Werbung (ist schon ne weile her, dass ich das gesehen habe) und diese stellt unter anderem ein Eingabefeld dar für die Tel-Nummer. Wenn man diese einträgt und abschickt erhält man eine SMS als Vertragsbestätigung. Wenn der User allerdings bei Vodafone ist erschien dieses Feld nicht und ein Klick auf das Banner selbst führte zu dem Vertragsabschluss.

    Dies ist nur möglich, weil Vodafone (respektive Bild, die bild-mobil verkaufen) die Nummer in der http-Request an die (oder einige) Werbepartner weiterleitet. Es müsste also diese Proxis aufhören und gleichzeitig müsste ein Gericht ein für alle mal klären, dass es sich bei einem solchen Vorgehen nicht um einen Vertragsabschluss sondern um Betrug handelt.

    qrios

    23 Feb 10 at 11:38 am

  5. Hallo,

    Also mal für alle, die es Interssiert (und die bei t-mobile Kunde sind):

    Ich habe bei t-mobile (GeschK-Service) angerufen.
    Drittanbieter sind alle Anbieter, ausser der AppStore.
    Also z.B. Klingeltonanbieter auf irgendwelchen Webseiten, oder Anbieter von Programmen *aus* dem Appstore.
    Die Drittanbietersperre ist kostenlos und innerhalb von 15Minuten geschaltet.
    Wenn man nun auf eine Seite klickt (oder wohl einen dieser Banner) dann “sollte nichts mehr passieren”.
    Den letzten Satz lasst ihr euch bitte auf der Zunge zergehen 🙂
    Soll wohl heissen, das kein Vertrag zustande kommen kann. (Wie auch immer).

    germain still

    23 Feb 10 at 9:47 am

  6. “Dieser hat z.B” – exzellent! 😉

  7. Hallo, für alle, die etwas gegen die Abo-Abzocke tun wollen: Ich habe eine öffentliche Petition im Deutschen Bundestag zum Thema Kundenschutz im Telekommunikationsbereich (Stichwort Abofallen) eingereicht, die heute zur Mitzeichnung geschaltet wurde unter
    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?PHPSESSID=40841ddcb9f640c3edbe2e6e9ce84475&action=petition;sa=details;petition=12924
    Freue mich über rege Beteiligung!
    F. Johannsen

    Frank Johannsen

    16 Jul 10 at 7:24 pm

  8. Hallo Herr Johannsen,

    SWR-Fernsehen (heute, Montag 9.8.2010 in Kaffee oder Tee?) und Radio berichten in diesen Tage ausführlich über das Problem und die noch fehlenden Lösungen. Ihre Petition werde ich auf jeden Fall erwähnen. Bitte melden Sie sich bei mir: Kai.Laufen (at) swr.de

    Kai Laufen

    9 Aug 10 at 8:53 am

  9. Auch ich bin Opfer dieser Masche geworden. Als iPhone user ohne jailbreak hätte ich mit so einer plumpen Lücke nicht gerechnet und mich halbwegs sicher gefühlt. Als ich im April aus einer App. Heraus auf einen Werbelink zu Pro evo Soccer 2010 klickte, erhoffte ich mir Infos zum gleichnamigen Spiel im AppStore. Das ganze führte mich jedoch uber safari zu handyplanet.mobi., was ich natürlich SOFORT wieder geschlossen habe.
    Leider habe ich erst jetzt, Monate später auf meine Rechnung geschaut und mittlerweile 140€ für ein sogenanntes Red Hot Games Abo zahlen müssen uber die t-mobile Rechnung. Konnte immerhin das Abo kundigen und Drittanbieter sperren, aber das Geld ist erstmal weg.
    Hinter handyplanet steckt übrigens Guerilla mobile, scheinbar die nachfolgefirma von Bob mobile, die ja schon berüchtigt ist. Deren Geschäftsführer sind übrigens die gleichen wie von stayfriends…(Notiz an mich: stayfriends Account löschen).
    Anzeige bei der Polizei habe ich erstattet, aber diese Verbrecher weigern sich mein Geld zurückzuzahlen.
    Gibt es noch andere betoffene?

    Abzockopfer

    6 Aug 10 at 2:10 pm

  10. […] Siehe auch: Abo-Fallen in App-Werbung […]

  11. […] [Update] Collin Mulliner hat sich mit dem Thema ausführlicher beschäftigt und einige interessante Fakten zu Tage befördert. Darunter wird als Beispiel übrigens Bild mobil erwähnt, über die ja auch schon mal berichtete. [/Update] […]

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