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Archive for the ‘gadgets’ Category

Stolpern und Zaudern: Erste Schritte mit FPGAs

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Mit ein wenig Hintergrundwissen ist jedem eigentlich klar, was man unter einem Field Programmable Gate Array verstehen kann. Ein Gitter aus Schaltungen, die man nach Belieben zusammen stecken kann und die dann Signaleingänge logisch verschalten und entsprechende Signale wieder ausgeben. So weit die Theorie hinter FPGAs. In der Praxis stellt sich das für einen durchschnittlichen Programmierer schon um einiges schwieriger dar.

Dschungel aus unbekannten Chips und Boards

Für FPGAs gibt es keinen Standard-PC, alle Systeme sind Embedded Systeme. Jedes verfügbare Board ist anders als die anderen. Schnittstellen, Adressen, Speicher usw. unterscheiden sich, haben unterschiedliche Größen und sogar Spannungen. Sogar die Chips der gleichen Reihe vom gleichen Hersteller sind verschieden. Ein echter Prozessor-Zoo.

Ein erfolgreiches Kickstarter-Projekt: Ein Schield für BeagleBone Black oder Raspberry Pi mit einem Spartan 6 FPGA.

Ein erfolgreiches Kickstarter-Projekt: Ein Schield für BeagleBone Black oder Raspberry Pi mit einem Spartan 6 FPGA.

Wichtig im Markt sind drei Chiphersteller: Xilinx, Altera und Lattice. Jeder von ihnen bietet eine große Palette an FPGAs. Die Größten kommen derzeit von Xilinx mit 4 Mio logischen Elementen. Diese kosten dann aber auch mehrere tausend Dollar und Entwicklungsboards etwa mit PCIe kommen gerne auf $70.000 pro Stück. Am unteren Ende der Skala finden sich Chips für wenige Cent. Allerdings sind Boards mit preiswerteren FPGAs auch nicht grade billig. Den Zynq 7010 verkauft Xilinx beispielsweise für unter $10 bei Abnahme von größeren Stückzahlen. Allerdings ist die Entwicklung eines Boards so aufwendig und die Zielgruppe so klein, dass ein typisches Board dann doch gerne $200 kostet.

Allerdings bieten solche Chips und Boards dann gerne auch mehr als es ein Arduino oder ARM-Pendent könnte. Die Zynq-Reihe von Xilinx ebenso wie die Cyclone-Reihe von Altera enthalten neben dem unterschiedlich dimensionierten FPGA auch einen ARM-Core (beim Zynq sogar einen Dual-Core). Diese Form des Designs hat sich schon früher mit PowerPC-Cores durchgesetzt und ist für die Entwicklung eine unglaubliche Erleichterung. Man kann dadurch den FPGA-Core dort einsetzen, wo er wirklich sinnvoll ist: Signalanalyse und -verarbeitung. Entsprechend viele Ein- und Ausgänge bieten solche Boards. Einen Sonderfall stellt das Parallella von Adapteva dar. Neben einem Zynq 7020 (Dual ARM und FPGA mit knapp 90k Logic Cells) hat es noch einen Parallelprozessor mit 16 Cores. Für $100 ein absolut faszinierendes Stück für Experimentalprojekte.

Ohne einen separaten ARM-Core kommt der inzwischen sehr weit verbreitete Spartan 6 von Xilinx. Boards mit diesem Chip bekommt man schon für etwas über $50. Das hervorragend designte Mojo wurde erfolgreich über Kickstarter finanziert. Mit dutzenden digitalen und einigen analogen I/Os ist es ausgezeichnet für Frequenzanalyse, Robotik und Steuerung geeignet.

Entwicklungstools: eingeschränkte Auswahl

xilinx-ise-small

Xilinx ISE: Eine Oberfläche als wäre sie direkt von Bill und Melinda Gates programmiert worden. Man wartet eigentlich permanent auf Karl Klammer.

Mit der Auswahl auf einen Chip hat man sich leider aber auch auf eine Toolchain für die Entwicklung festgelegt. Jeder Chiphersteller bringt seine eigene Entwicklungsplattform mit. Bei Xilinx nennt sich diese ISE (statt IDE). Es handelt sich um ein Monster, das Eclipse wie einen schlanken Editor erscheinen lässt. Alles soll man damit machen und alles kann man damit machen. Aber für jeden Schritt gibt es verschiedene Subtools, unterschiedliche Interfaces und einen riesigen Katalog an eigenen Begriffen. Wer aus der Softwareentwicklung kommt ist hier vollkommen lost. Es empfiehlt sich vor dem Beginn ein Blick auf die vielen Tutorials bei Youtube.

Bevor man sich die Tutorial jedoch ansieht, muss man sich entscheiden, in welcher Sprache man denn programmieren (Es heisst nicht programmieren!) will. Verilog ist eher in den Staaten verbreitet und VHDL in Europa. Zu den Unterschieden und den Grundlagen von VHDL gibt es eine gute Einführung von der Uni Kiel.

Prinzipiell ist es auch möglich, die Programmierung mit Comandline-Tools zu machen. Allerdings wird man Helfer wie make oder ant vermissen. Je nach Projekt muss man sich mit Shell-Scripten behelfen und diese anpassen. Alle notwendigen Anleitungen findet man in dem Tutorial “Using Xilinx Tools in Command-Line Mode“.

Die Entwicklung unter OSX ist nicht ohne einige Klimmzüge möglich. Mit einer VM in der Linux läuft, die die Xilinx-Tools beherbergt kann man sich aber helfen. Die Übertragung der fertigen Binärfiles funktioniert auch unter OSX z.B. mit verfügbaren Python-Scripten.

Es läuft!

Hat man all die Hürden überwunden, wird man aber ein ähnliches Hochgefühl haben, wie bei seinem ersten Assembler-Programm. FPGAs sind definitiv die hohe Kunst der Programmierung und zeigen erst wirklich, wie (klassische) CPUs tatsächlich funktionieren. Sie sind extrem energiesparend, alle Prozesse laufen gleichzeitig und sie sind in ihren Möglichkeiten nahezu unbeschränkt. Nur an den Tools muss noch gearbeitet werden. Aber es gibt ja auch schon einen FPGA-Assembler und eine Forth-Implementierung für FPGAs.

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December 25th, 2013 at 2:29 pm

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Schöner Fernsehen mit AppleTV

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Am Dienstag nächster Woche findet mal wieder ein Special Event (Motto: “This should brighten everyone’s day”) von Apple statt. Allgemein angenommen wird die Vorstellung des iPhone 5S und des billigeren/farbigeren iPhone 5C. Inzwischen verdichten sich jedoch die Hinweise auf einen kompletten Relaunch des AppleTV. Es gibt obskure Beobachtungen über das Anlanden großer Settopbox-Lieferungen in die USA, intensivierte Verhandlungen mit Kabelprovidern und Contenanbietern und vermehrt freigeschaltete Kanäle im bestehenden Angebot.

@in_aha wies mich darauf hin, dass mit dem iPhone 5S Apple einen neuen A-Chip einführen wird und dann damit zu rechnen ist, dass der bisher verwendete Prozessor dann in die neue Generation des AppleTV wandern könnte. Ausserdem würde die Einführung der Gameconsolen-Module für iPhones und iPods nur Sinn ergeben, wenn die Spiele auch auf einem großen Screen zu sehen seien. Die bestehende AppleTV hätte bisher jedoch weder die Verbreitung noch die Zielgruppe um diesen Markt wirklich zu unterstützen.

Wie AppleTV eigentlich aussehen könnte:…

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September 6th, 2013 at 1:08 pm

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Nokia, Microsoft und die seltsamen Vorstellungen der Anleger

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Nach 2 1/2 Jahren war es dann heute endlich soweit. Microsoft kauft für 40% des Marktwertes den Kern von Nokias Geschäft. Die Mobilgerätesparte soll komplett an Microsoft übergehen und ausserdem erhält MS Zugriff auf die Patente von Nokia. Diese sollen allerdings offensichtlich nur geliehen sein. Bei den Geräten geht es nicht nur um die Lumia-Reihe sondern auch um die euphemistisch “Featurephones” genannten Asher-Geräte.

Von dieser Nachricht sind die Anleger offensichtlich so begeistert, dass sie den Nokia-Kurs vorbörslich gleich mal um 42% in die Höhe schnellen lassen. Das ist aus verschiedenen Gründen erstaunlich. Erstens: wurde Nokia grade entkernt. D.h. der Wert der Marke Nokia war vor allem im Massenmarkt vertreten. Diesen Massenmarkt gibt es jetzt nicht mehr. Und zweitens: der Kursgewinn macht insgesamt wesentlich mehr aus, als die Kaufsumme. D.h. die Anleger hatten offensichtlich noch mindestens 2Mrd.$ zukünftigen Verlust für die Gerätesparte eingepreist. Diese vermuteten sie entweder bis zum Erreichen der ersten schwarzen Null oder bis zum Einstampfen dieses Geschäftszweiges.

Nokia besteht jetzt im Wesentlichen aus zwei Bereichen, die inhaltlich und geschäftlich nichts miteinander zu tun haben: here und NSN. Here sieht sich als globaler Player im Markt der Maps und Location Based Services. Den Beweis dafür muss es jetzt relativ schnell erbringen. Dabei ist vollkommen unklar, wie ein solcher Beweis aussehen könnte. Als einzige mobile Plattform bleibt auch in Zukunft Windows Phone, Weder Android noch iOS benötigen eine konkurrierende (und noch schlechtere) Map-Anwendung.

Das grade wieder komplett übernommene Nokia Siemens Network Nokia Solutions and Networks hat es in den bestehenden sechs Jahren nicht geschafft, profitabel zu arbeiten. Zu groß ist inzwischen die Konkurrenz aus China mit Huawei. Darunter leidet ebenfalls seit mehreren Jahren Ericsson.

Aber vielleicht flüchten ja viele Anleger einfach nur von Microsoft zu Nokia. Denn MSFT hat im vorbörslichen Handel bis jetzt rund 13 Mrd.$ verloren. Und das ist die Summe aus dem Kaufpreis und dem Kursanstieg von Nokia. Offensichtlich hat sich Microsoft da ein faules Ei gelegt und Steve Ballmer zum wiederholten Male eine grandiose Fehleinschätzung abgeliefert.

Der Rücktritt von Elop vom Vorstandsvorsitzenden wird begründet mit der Aussage, dass so eine saubere Übernahme gewährleistet werden soll. Das ist insofern erstaunlich als dass ja jemand der einen Deal einfädelt auch in der Lage und unvoreingenommen genug sein sollte, einen solchen Deal auch zu finishen. Aber offensichtlich wurde dabei schon ein späterer Schritt berücksichtigt, der der Öffentlichkeit bisher noch vorenthalten werden soll: Elop kommt auf eine hohe, wenn nicht auf die höchste Position bei Microsoft. Wenn sich dabei mal nicht mindestens Elop selbst (mal wieder) verrechnet hat.

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September 3rd, 2013 at 1:59 pm

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sshuttle – VPN für jedermann

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Für MacOS und Linux gibt es ein kleines Tool, dass sich als VPN einsetzen lässt: sshuttle. Ziel des Pakets ist das verschlüsselte Tunneln aller Netzaktivitäten von einem lokalen Rechner (oder Router) zu einem entfernten Server. Dieser kann beispielsweise ein ganz normaler virtueller oder dedicated Server bei einem Hoster der Wahl sein. Im Ergebnis sieht ein an dem Netz lauschender Dritter nur einen verschlüsselten Stream. Um die “Meta”-Daten abzugreifen (http-GET, Referrer, Logins, etc.) müsste erheblich mehr Aufwand getrieben werden, der im Einzelfall gerechtfertigt sein möge, aber für die Massenspreicherung wohl nicht sinnvoll ist.

Insbesondere für den Feldeinsatz in Cafés oder anderen fremden Netzen empfiehlt sich der Einsatz von shuttle. Alle typischen Angriffe, die von Passwort-Sniffing bis zum Cookie-Stealing reichen können damit effektiv unterbunden werden.

Voraussetzung ist ein Server mit ssh-Zugang (Root-Rechte sind dort nicht notwendig) im Netz. Von dem lokalen Rechner bis zu diesem wird der gesamte Netzwerktraffic getunnelt. Im Prinzip kann sshuttle auch auf einem Router installiert werden. Dann würde der gesamte Traffic aller angeschlossenen Devices getunnelt werden. Derzeit scheint es allerdings noch nicht gelungen zu sein, sshuttle auf dem freien OpenWRT zu betreiben. Versuche mit einem BeagleBone Black und einem Raspberry Pi verliefen erfolgreich, wenn auch letzteres zumindest unter Debian zu langsam ist.  Beide würden sich als mobile SSH-Router für Windows-Nutzer anbieten.

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June 27th, 2013 at 4:48 pm

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Apples Problem ist die Kundenzufriedenheit und das ist auch gut so.

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Die letzten Apple-Zahlen haben offensichtlich wieder einmal Analysten verunsichert. Zwar hat Apple deren Erwartungen übertroffen, aber nur was den Ertrag angeht. Bauchschmerzen macht ihnen die Tatsache, dass Apple so viele alte Geräte verkauft. Mit dem iPhone 4 und 4S hat Apple zwei Geräte im Regal, die auch nach zwei und drei Jahren noch in erheblichen Stückzahlen verkauft werden. Aus Sicht der Analysten ist das ein unhaltbarer Zustand. Denn: Apple ist eine starke Marke und solche Marken sollten in einer Branche wie der von Apple Verbrauchsgüter verkaufen und den Markt künstlich verknappen, um den Preis künstlich hochzuhalten.

Apple verhält sich an dieser Stelle jedoch anders als alle Wettbewerber. Für diese ist ein verkauftes Gerät ein Ärgernis. Es gibt keine Updates, keine Reparatursets und kaum Garantieleistungen. Für HTC, Samsung und ZTE sind Bestandskunden ein Problem. Sie verdienen ihr Geld nicht mit Wiederholungstätern sondern mit Neukunden, die sich enttäuscht von Konkurrenzerzeugnissen abwenden. Vom Regen in die Traufe.

Mein iPhone 4S würde ich erst ersetzen, wenn es das gleiche Modell mit LTE gäbe oder vielleicht mit erheblich längerer Batterielaufzeit. Da beides sicher nicht passiert, werde ich das Gerät wohl so lange benutzen, wie es funktioniert und/oder die Netzbetreiber 3G abschalten.

 

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April 28th, 2013 at 12:19 am

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Apples Pläne mit dem Ex-Adobe-CTO Kevin Lynch

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Der Schock war groß bei den Apple-Kennern. Der Adobe-Manager, der am lautesten Apples Politik in Sachen Flash kritisiert und für falsch erklärt hat soll in Zukunft die technische Zukunft Apples mitbestimmen? Das kann doch nur ein schlechter Scherz sein. Vielleicht noch ein strategischer Zug, um Flash den endgültigen Todesstoß zu geben. Als ob es das noch bräuchte!

Worauf deutet die Personalie wirklich hin?

Apple hat wie immer wenig bis gar nichts zu den Motiven gesagt. Schaut man sich die bekannten Fakten an, ergeben sich jedoch neue Perspektiven.

Kevin Lynch (hier seine Vita) ist ein eingefleischter Mac-Fan. In seiner Vita finden sich etliche Berührungspunkte mit Apples Geschichte. So war er unter anderem an der Entwicklung und Portierung von FrameMaker für den Mac beteiligt. Bei Macromedia hatte er mit Phil Schiller zusammengearbeitet. Als Adobe-CTO war er maßgeblich verantwortlich für die Migration des Businessmodells von der Lizenz zur Cloud. Gerade die Cloud-Dienste sind bei Apple eine schwelende Wunde.

Die Hauptaufgabe von Lynch bestand jedoch darin, die Virtuelle Maschine namens Flash auf alle möglichen Geräte, CPUs und Betriebssysteme zu bringen. Adobe versprach sich von einer möglichst flächendeckenden Verbreitung sprudelnde Einnahmequellen in der Zukunft zum Beispiel von Lizenzgebühren aus dem Rechtemanagement von Filmen im Netz. Laut eigener Aussage hätte er allerdings gerne schon früher Flash durch HTML ersetzt, meinte jedoch, dass dies nicht gelänge.

Kevin Lynch wird zukünftig direkt an Bob Mansfield reporten. Dieser ist Chef einer nicht näher spezifizierten Abteilung für zukünftige Technologien. Und Bob Mansfield ist Apples Mann für die Hardware.

Könnte Apple eine JavaScript-VM-CPU planen?

Als SoC liesse sich ein JavaScript-Core platz- und energiesparend umsetzen.
/cc by @in_aha

Apple hat in den letzten Jahren mehrere CPU-Schmieden eingekauft. Inzwischen entwickeln sie ihre eigenen ARM-Layouts als SoC für iPhone und iPad. Laut etlicher Quellen gibt es schon länger Referenzdesigns für ein MacBook Air mit einem ARM-Prozessor.

Dieses Know How über Prozessor-Design und Produktion zusammen mit dem Wissen von Lynch über Virtuelle Maschinen für Flash würde es Apple ermöglichen einen neuen Co-Prozessor zu entwickeln: eine JavaScript-CPU.

Der Computer eines Normalanwenders verbringt heute einen großen Teil seiner Zeit mit dem Verarbeiten von JavaScript. Zukünftig wird dieser Anteil noch höher werden. Dies allein schon dadurch, dass eher mehr als weniger verschiedene Plattformen bei Smartphones, Tablets, Fernsehern und Computern zu erwarten sind.

Die Versuche, JavaScript zu beschleunigen sind mit der aktuellen Entwicklung von asm.js jetzt an ihr natürliches Ende gelangt. Das gilt allerdings nur, wenn man sich die Möglichkeiten von Software ansieht. Der nächste logische Schritt ist eine Hardwareunterstützung der VM.

JavaScript ist auf Grund seiner extrem einfachen Struktur hervorragend geeignet, in Hardware gegossen zu werden. Wenige Typen, eine simple Statemaschine, Single Threads und Sandboxing sind ideale Voraussetzungen für einen kleinen Core mit Anbindung an den Haupt- und Grafikspeicher.

Sprachspezifische CPUs gab und gibt es immer wieder. Nicht zuletzt lässt sich ein solches Projekt sogar mit herkömmlicher FPGA-Technik umsetzen. Für Java gab es beispielsweise Ansätze von Sun selbst oder die Open-Source-Variante JOP, ein optimiertes Java auf einem FPGA-Chip.

Chancen am Markt

Für Apple hätte ein solcher Schritt viel Charme. Auf drei wichtigen Geräteklassen (iPhone, iPad und ARM-MacBook) würde JavaScript ohne Anpassung durch die Entwickler plötzlich Dimensionen schneller laufen. Und zwar auch erheblich schneller als auf vergleichbaren Geräten der Android und Chromebook-Konkurrenz. App-Entwickler würden noch häufiger lieber zu Webkit und JavaScript greifen als zu nativer Programmierung.

Viel wichtiger als die Performance wäre jedoch der Gewinn bei der Batterielaufzeit der Geräte. Zwei Tage bei einem iPhone und 12h bei einem MacBook wären durchaus im Rahmen des Möglichen.

Damit hätte Apple zwei Verkaufsargumente, die in einem engen Markt wichtig sind. Zumal die Konkurrenz Jahre bräuchte, um auf den gleichen Stand zu kommen, wenn sie es denn – ob restriktiver Patentauslegung – überhaupt könnte.

Written by qrios

March 31st, 2013 at 8:20 pm

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eBook-DRM: Usability-Hürden und Sicherheitslöcher

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Vor wenigen Tagen kam die Agenturmeldung, dass die beste Zeit für eBook-Reader mit ePaper bereits vorbei sei und sie ihren Platz an billige Tablets auf der Basis von Android abtreten müssen. Also höchste Zeit, sich ein Exemplar dieser aussterbenden Gattung zu besorgen und sich genauer anzusehen.

Cybook Odyssey von Bookeen (Thalia)

Die Firma Bookeen bietet mehrere Cybook-Varianten an. Die Version mit Beleuchtung gab es in dem Thalia-Laden grade nicht daher wurde es die einfachere Cybook Odyssey Ausführung. Sie verfügt über einen Touch-Screen und ist mit 2GByte internem Speicher ausgestattet. Ein Mirco-SD-Kartenslot und ein Micro-USB-Anschluss dient dem Transfer der Daten.

Trotz fehlender Beleuchtung ist Text gut zu lesen. Allerdings sollte man beim Kauf im Laden bedenken, dass es dort meistens eine wesentlich heller ist. In schummrigen Ecken geht es ohne zusätzliche Beleuchtung nicht mehr.

Das System ist nur minimal auf Thalia gebrandet. Bis auf den voreingestellten Web-Shop findet sich kein Hinweis – selbst in den Hilfedokumenten – auf den Buchhändler. Für die Einrichtung des Gerätes und das Lesen gekaufter Bücher ist entweder ein WLAN-Zugang oder ein Windows-/Mac-PC notwendig. Andernfalls kann man nur eBooks und PDFs lesen, die von DRM befreit sind.

Nightmare DRM

Damit gekaufte Bücher auf dem Gerät gelesen werden können, muss das Gerät autorisiert werden. Bei dem Thalia-Einrichtungsprozess funktioniert das eigentlich relativ reibungslos. Es sei denn, man hat mit der angegebenen EMail-Adresse bereits eine Adobe-ID oder man hat ein Passwort gewählt, das Adobe nicht gefällt. Spätestens hier dürften die meisten Nutzer verunsichert aussteigen.

<ironie>Falls man sein Passwort für die Adobe-ID vergessen hat, empfiehlt es sich, das Gerät in den Werkszustand zurückzusetzen. Dann kann man in den Online-Store gehen und gibt sein Thalia-Login ein. Danach nämlich ist die Anmeldungssoftware so nett, einem das Passwort der Adobe-ID im Klartext anzuzeigen.</ironie>

Irgendein Server zwischen Gerät und Adobe speichert das Passwort für die Adobe-ID im Klartext. (Übrigens die gleiche ID, die für die Adobe-Cloud verwendet wird.)

D.h. an mindestens einer Stelle ist das Passwort als Plaintext gespeichert. Es dürfte sehr unwahrscheinlich sein, dass der Fehler auf Adobes Seiten liegt. Tatsächlich dürfte Thalia oder der DRM-Provider bei Bookeen Schuld sein und das Passwort in Kombination mit der ID speichern. Abgesehen von den dadurch entstehenden unvorhersehbaren Sicherheitslöchern – groß wie Scheunentore™ – dürfte dieses Vorgehen weder im Interesse von Adobe noch der Nutzer sein.

Mit Hilfe des Thalia-Shops kann jeder Angreifer mit einem Cookie-Klau – etwa über ein kompromittiertes WLAN – auch gleich an die Daten bei Adobe kommen. Denn bei dem Shop kann man mit einem eingeloggten Browser (natürlich funktioniert der Cookie auch ohne https … ) nicht nur ein neues Passwort setzen, sondern im gleichen Schritt auch die EMail-Adresse ändern. Mit einem simplen Script liesse sich so Einblick in die persönliche Bibliothek gewinnen. Abgesehen davon, dass diese auch gleich gelöscht werden könnte oder sämtliche autorisierte Geräte gelöscht werden können.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass sich hier zwei Partner – Thalia und Bookeen – gefunden haben, von denen mindestens einer nicht weiß, was er tut. Und Adobe hat offensichtlich keine Ahnung, was seine Kunden da treiben. Deren AGBs sollten sie jedoch nicht von der nötigen Aufsichtspflicht entbinden. Letztlich fallen solche Sicherheitslücken auf Adobe selbst zurück.

Fazit

Wäre man in der Lage über die Sicherheitslöcher hinwegzusehen, bleibt als Fazit dennoch, dass sich eBook-Reader auf der Basis von Adobe-DRM nicht durchsetzen können. Sie sind für den DAU schlicht nicht zu verwenden. Woher soll er beispielsweise wissen, wie man ein in einem anderen Shop gekauftes Buch auf seinen Reader bekommt. Denn beim Kauf bekommt man lediglich eine ACSM-Datei zum Download angeboten. Diese “Adobe Content Server Message” ist nur ein Token, das man danach mit einem Programm mit dem sprechenden Namen “Adobe Digital Editions” aktivieren muss. Erst dann wird das Buch geladen. Dort kann man es dann auf den mit USB angeschlossenen Reader schieben.

Dieser Aufwand ist vor allem deswegen nicht zu verstehen, weil man als Nutzer, der das geschafft hat auch in der Lage ist, sich Tools zum Befreien der eBooks von dem lästigen DRM laden kann. Für den Mac gibt es beispielsweise AdobeDrmRemoval. In einem schnellen Test befreite es erfolgreich Neal Stephensons “Error” (engl. “Readme”) vom DRM.

 

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December 21st, 2012 at 2:11 pm

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Extension für Chrome: Leistungsschützer ausblenden

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Die sehr lange Liste der Unterstützer des Leistungsschutzrechts umfasst inzwischen fast jeden großen und kleinen Verlag in Deutschland. Nun ist es jedoch sehr mühselig vor jedem Klick bei Google immer erst nachzusehen, ob Google die Snippets eines dieser Verlage raubmordkopiert hat. Daher habe ich eine kleine Chrome-Extension namens “Leistungsschutz” geschrieben gemacht, die die entsprechenden Fundstellen ausblendet.

Bei der Suche nach ‘hannover’ würde ich normalerweise mehrere Einträge der HAZ und der Neuen Presse bekommen. Die erscheinen nun nicht mehr. <ironie>Der Verlag kann sich also entspannt zurück lehnen denn Google wird bei mir zukünftig daran gehindert sich an der Arbeit anderer zu bereichern.</ironie>

Die Extension liegt nur als Source-Code vor und muss lokal vom eigenen Rechner geladen werden.

1. Zip Downloaden & uspacken,

2. Chrome -> Einstellungen -> Erweiterungen -> Entwicklermodus/Developer Häkchen setzen.

3. Entpackte Erweiterung laden.

 

Alles zur freien Verfügung und Veränderung und Weitergabe. Natürlich ohne jede Gewähr.

(Zu Hilfe kam ein kleines Tutorial, jQuery und diese Anleitung.)

[Update] @seiz hat sich etwas mehr Mühe gemacht und es als fertig installierbare Extension für Safari bereitgestellt. Vielen Dank! [/Update]

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November 30th, 2012 at 4:41 pm

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Parallella: Kickstarter-Projekt für preiswertes Parallel-Computing

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Parallel-Computing ist nach wie vor ein teures Unterfangen. Es gibt Evaluationboards die aber immer einen vierstelligen Betrag kosten. Der Grund dafür ist recht einfach, denn diese Form der Computer werden nicht in Massenprodukten verbaut. Noch nicht, meint zumindest die amerikanische Firma adapteva. Sie verspricht Boards Boards für unter $100 wenn sich genügend Leute finden um die Produktionskosten zu senken. Sie bieten den Unterstützern zwei verschiedene Setups. Das preiswerte hat einen 16-Core und falls genug Geld zusammenkommt kann man für mehr Geld auch ein Board mit 64 Kernen bekommen. Letzterer verspricht 100 GFlops bei nur bis zu 2 Watt Leistungsaufnahme.

Ich hab sicherheitshalber mal mitgemacht und hoffe, dass das Projekt ein Erfolg wird. Vielleicht findet sich ja dann auch mal jemand, der ein FPGA-Projekt startet.

Written by qrios

October 21st, 2012 at 3:01 pm

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iOS 6 Maps: Kollateralschäden im Kampf zwischen Apple und Google

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In einem großen Einkaufszentrum in UK findet sich weit und breit nur ein Shop.

 

Mit dem weltweiten Rollout von iOS 6 für die meisten iPhones, iPods und iPads am 19.9. hat sich Apple wahrscheinlich den größten Fehler in der Unternehmensgeschichte bisher geleistet. Die Firma hat sich zum Gespött der Apple-Anhänger gemacht.

iOS 6 Maps: nicht mehr als eine Fun-App

Stein des Anstoßes ist die neue Map-App. Statt der bisher verwendeten Google-Maps-Daten verwendet Apple nun die Karten und Bilder von TomTom und die Point-Of-Interests (POIs) von Yelp. Für die Suche verwendet Apple offensichtlich eine eigene Engine. Dies gilt möglicherweise auch für das Routing und den Tile-Map-Server, welcher dafür zuständig ist, Karten, Bilder und PIOs zum User zu bekommen.

Und alle diese Daten und Backends erreichen nicht annähernd die Qualität von Google Maps. Die Differenzen sind so groß, dass es nach wenigen Stunden schon diverse Twitter-Accounts und Blogs gab, die sich mit den Fehlern beschäftigen. Prominentestes Beispiel ist der tumblr-Blog “The Amazing iOS 6 Maps“. Hier werden verschiedenste Beispiele für teilweise haarsträubende Fehler protokolliert.

Apple hatte sich nach früherer Eintracht von Google abgewendet, weil es Android als zu große Gefahr für seine Produkte ansieht. Allerdings hat es dann noch mal drei Jahre gedauert bis Apple sich traute, mit einer eigenen Map-Applikation auf den Markt zu kommen. Offensichtlich hätte man jedoch noch einige Jahre ins Land gehen lassen sollen. Der erste Wurf ist offensichtlich eine Katastrophe.

Wer den Schaden hat braucht für den Spott nicht zu sorgen. Hinweis für iOS6-Benutzer in der Londoner U-Bahn.

Vor 8 Jahren kaufte Google die Firma Keyhole. Diese war unter anderem ein Spin Off der CIA und Nvidia. Dieser Kauf war an sich schon ein politischer Akt im Spiel um die Märkte der Zukunft. Microsoft hatte kurz zuvor erste Vista-Anmutungen (alias Longhorn) gezeigt. Eines der Beispiele war eine Aero-Applikation für Makler auf der Basis von Keyhole.

Keyhole hatte zu diesem Zeitpunkt drei Jahre Erfahrungen mit Satellitenbildern und Routing. Auf der Basis dieses Know Hows hat Google inzwischen einen schier uneinholbaren Vorsprung im Segment der Map-Anwendungen. Gespeist wird dieser Vorsprung aus mehreren Quellen, die sich gegenseitig befruchten: Map-Daten (Karten, Sat-Images, POIs, …), Suchmaschinendaten (WebSite-Daten), Suchalgorithmen und Nutzerverhalten (Suchen, Live-Traffic, …).

Apple hat in jedem dieser Bereiche weder die gleiche Qualität der Daten und Algorithmen noch die entsprechenden Erfahrungen. Tatsächlich haben sie nun nicht mal mehr die Daten der Android-User. D.h. Google hat nicht nur eine bessere Startposition sondern auch eine wesentlich bessere Sprungposition.

Apple sucht noch immer Map-Developer. Vielleicht lassen sich ja bei Google welche abwerben.

Vor diesem Hintergrund ist es sehr unwahrscheinlich, dass Apple zusammen mit TomTom in den nächsten Jahren auch nur in die Nähe der Qualität der Google Maps kommt. Vielleicht können Themen wie Performance noch gelöst werden. Die Erfahrung Apples mit großen Serversystemen lässt daran jedoch ernsthaft zweifeln. Die Qualität der POIs oder der Satelliten-Images wird sich nur sehr langsam verbessern lassen. Es würde nicht mal helfen, wenn die ganze Welt als “Fly Over” (interaktive 3D-Ansicht) abgebildet werden könnte, denn diese Funktion ist nicht mehr als ein nice-to-have. Im Alltag ist die korrekte Route, die nächste Tankstelle und die Stauvorhersage unverzichtbar.

Auf diese Funktionen müssen iOS-6-Nutzer jetzt verzichten. Unklar ist, ob Google eine separate Map-App für iOS rausbringen wird. Noch unklarer ist, ob Apple diese ohne weiteres in den Store lassen würde. Es wäre ein Schuldeingeständnis erster Klasse und für solche ist Apple nicht grade bekannt.

Bei Google ist der zweite Vorschlag bei der Suche nach “ios6 do” bereits “ios6 downgrade”. Bisher geht dies nur bei älteren Geräten und auch dann nur mit einem Jailbreak. Man darf also gespannt sein, wie groß der Druck der Nutzer auf Apple noch wird und wie die Firma darauf reagiert.

 

Written by qrios

September 21st, 2012 at 12:32 pm

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