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IT ist kurios!

miriam meckel: “apples ipad ökosystem ist wie neckermann pauschalreisen fürs internet” #rp10

3 Kommentare

Rerun_van_Pelt twitterte (zu finden in abgewandelter Form auch hier und bei @TimSK) von der re:publica:

Miriam Meckel: “Apples iPad Ökosystem ist wie Neckermann Pauschalreisen fürs Internet” #rp10

Und da musste ich wirklich schlucken. Denn bisher war mir Frau Meckel nicht durch unterirdisch dumme Aussagen aufgefallen. Sie war mir bisher auch nicht durch hasardeurhafte auf-den-Zug-spring-Aktionen aufgefallen. Aber hier springt sie, nein hängt sie sich an den Zug derer, die meinen, das iPad wäre der Untergang des Internet. Schon bald kenne niemand mehr eine eine URL noch könne er gar programmieren.

Man möge sich erinnern: Seit der Entwicklung des Browsers ist die Anzahl der Leute, die das Internet kennen erheblich gestiegen, gleichzeitig ist aber der Anteil der Leute, die sich im Netz bewegen dabei aber nicht wissen, was das Internet eigentlich ist, extrem gesunken. Die Erfindung von http und HTML haben andere Dienste wie finger oder gopher komplett ersetzt. Einfach weil der Browser (für die meisten Menschen) leichter zu bedienen ist.

Daher könnte man mit gleichem Recht sagen: HTML ist wie Neckermann Pauschalreisen fürs Internet.

Was aber meint Neckermann Pauschalreisen? Zunächst nichts anderes, als eine Bündelung des Einkaufs um günstigere Preise (für Ressourcen und Aufmerksamkeit) als die kleinere Konkurrenz zu erhalten und ein Packaging um die Einstiegshürde für Käufer zu minimieren. Beide Verfahren stellen die wirksamsten wirtschaftlichen Hebel dar. Es gibt noch Erpressung, Lobbyismus etc. (aber die lassen sich eigentlich ebenfalls durch Konzentration und Dissipation optimieren …)

Was mich jedoch an diesem Vergleich so ungemein aufregt ist, das Despektierliche des Vergleichs. Denn Sätze, wie: “Apples iPad Ökosystem ist wie die Deutsche Bahn fürs Internet” oder “Apples iPad Ökosystem ist wie Ikea fürs Internet” hätten die gleiche Aussage gehabt. Sie hätten aber leider den beabsichtigten Subtext verfehlt. Denn hier ging es um die Aussage:

Wer das iPad nutzt, schaut auch Fernsehen.

Sie vermengt dabei zwei eigentlich vollkommen unabhängige Strömungen der aktuellen Diskussion, die nur anscheinend die gleiche Richtung haben.

Auf der einen Seite finden wir die technophilen Kritiker, die meinen, dass Apple einen wallet garden etabliert. Der User wird zu einem reinen Konsumenten, der keinerlei Möglichkeiten mehr hat, kreativ zu sein. Eine vollkommen absurde Behauptung, da selbstverständlich für das iPad jede Möglichkeit besteht, aktiv zu werden. Egal ob dies nun mittels Twitter, WordPress, Tumblr, Facebook oder sogar irgendeinen HTML-, Word- oder Bild-Editor stattfindet. Im Zweifelsfall werde ich einfach mein geliebtes Terminal verwenden.

Die andere Strömung bedauert, dass das iPad nicht der Heilsbringer für die Verlagsbranche ist. Das ist insofern lustig, weil Apple nie – zumindest nicht öffentlich – behauptet hat, die Publisher und Broadcaster aus der Krise zu führen. Was kann Apple dafür, wenn der Chef eines der größten Medienunternehmen darum bittet, Steve Jobs anzubeten?

Die erste Gruppe kritisiert am iPad also das was die zweite Gruppe an ihm anbetet. Und wenn sich Miriam Meckel lediglich der Stimmung bedient tut sie sich und ihrer Profession keinen Gefallen. Denn zum Ausdruck kommt eine dumpfe Fortschrittsangst. Sie bedient die Angst einer vermeintlichen Elite vor dem Kontrollverlust. Populismus auf Kosten von Wissenschaftlichkeit.

Frau Professor Doktor Meckel hätte eigentlich auch sagen können:

Das Einfache verhält sich zum Komplizierten wie das Einfache zum Komplizierten.


Written by qrios

April 17th, 2010 at 10:51 am

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3 Responses to 'miriam meckel: “apples ipad ökosystem ist wie neckermann pauschalreisen fürs internet” #rp10'

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  1. Wir sind die Borg. Widerstand ist zwecklos.

    http://labs.chitika.com/ipad/

    cvscvs

    17 Apr 10 at 12:40 pm

  2. Die Zahl ist ja wirklich beeindruckend und der Spruch auf der Seite auch: “This past weekend, the world of computing came to an end.”

    Klingt für mich nach Matrix: “It ends tonight”

    qrios

    17 Apr 10 at 12:48 pm

  3. The problem isThat sometimes you will move out of range ofTotems

    runescape money

    10 Apr 13 at 5:46 am

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