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Google Analytics ignoriert Do-Not-Track

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[Update] 7.11.2012: Googles Browser Chrome unterstützt seit der Version 23 Do Not Track. Das bedeutet allerdings nicht, dass Google Analytics selbiges tut. Nach wie vor gibt es bei Google Analytics keine Möglichkeit für einen Site-Betreiber, die Wünsche der Nutzer nach Privatsphäre zu akzeptieren. [/Update]

Google Analytics zählt weiter fleissig Browser, die den Do-Not-Track-Header senden.

“‘Wissen Sie, ich hab’s Ihnen ja gesagt’ trifft es nicht so ganz.” ist eines meiner Lieblingsfilmzitate. Und so verwende ich es gerne und oft. Jetzt gibt’s wieder die Möglichkeit dazu:

Google Analytics ist das mit Abstand verbreitetste Tracking-Tool im Netz. Und obwohl Google der Do-Not-Track-Initiative eine eigene entgegengestellt hat, sollte man erwarten, dass Google den Wunsch der User respektiert. User, die in ihrem Browser die Option eingeschaltet haben (z.B. in Firefox oder in Safari mit Hilfe der Developer-Tools) wägen sich unbeobachtet, sind es aber nicht.

Bei eingeschalteter Option sendet der Browser bei jedem Request einen Header mit dem Namen ‘dnt’ und dem Wert ‘1’. Eigentlich dürfte ein Tracking-Tool oder ein Ad-Server dann die Session-Daten nicht speichern. Damit dürften sie in den Statistiken von zum Beispiel Google Analytics nicht auftauchen. Allerdings erscheinen sie dennoch.

Besonders interessant dabei ist, dass in der Hilfe zu Google Analytics das Do-Not-Track-Verfahren als eine Möglichkeit für Site-Betreiber genannt wird, die eigenen Besuche auszusparen.

Google schweigt derzeit noch dazu, wann sie planen das Feature vernünftig zu unterstützen. Und es hilft sicher nicht, die Partner vorzuschicken und den Usern Sand in die Augen zu streuen in dem man behauptet, bei Do-Not-Track ginge es doch gar nicht um die Daten für Web-Analytics.

 

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December 4th, 2011 at 3:34 pm

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Die neuen Leiden der alten Content-Industrie

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Mit dem vorhergesagten Ende von Flash auf mobilen Geräten und dem damit ebenso vorhergesagten Ende von Flash auf den meisten anderen Geräten hat die Content-Industrie plötzlich ein Problem, das sie eigentlich als schon gelöst angesehen hatte:

Wie vertreiben wir unseren Content im Netz ohne jegliche Kopiermöglichkeit?

Die drei wichtigsten Distributionskanäle (Kino, Silberscheibe, TV) sind alle – trotz hartnäckiger Bemühungen – geknackt. Daher finden sich alle dort veröffentlichten Filme innerhalb kürzester Zeit auf allen Verbreitungsplattformen im Netz.

Ein sicherer Channel im Netz hätte die Chance geboten, wenigstens die Filme die es nicht ins Kino schaffen, weil sie dort keinen großen Erfolg versprechen, längere Zeit im Netz laufen zu lassen, ohne dass die Kunden andere als die kostenpflichtigen Quellen nutzen könnten. Das hätte eine schier unerschöpfliche Quelle ewigen Reichtums sein können.

Nun ist Flash tot und ausser Apple hat nur Microsoft ein qualitativ hochwertiges Video-Format wie H.264 im Bundle mit einem halbwegs sicheren DRM. Daher verwundert es nicht, wenn die Content-Leute auf die abstruse Idee kommen, von den Distributions-Plattformen zu verlangen, dass nun Silverlight verwendet wird. Nach Netflix wird auch Lovefilm Silverlight verwenden. Ob diese Entscheidung Microsoft wirklich freuen kann, darf ernsthaft bezweifelt werden. Denn eigentlich steht Silverlight bei MS schon länger auf der Abschussliste.

Die User von Lovefilm sind offensichtlich verärgert über diese Entscheidung und so hat es diese Dinosaurierindustrie mal wieder geschafft, an den Bedürfnissen der User vorbei Entscheidungen durchzusetzen und sich ins Abseits zu manövrieren.

 

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November 23rd, 2011 at 4:12 pm

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Google wird nervös und kauft Motorola-Mobilfunksparte

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Für 12,5 Mrd. Dollar hat Google heute die Mobilfunksparte von Motorola gekauft. In der Mitteilung von Larry Page himself auf dem Company-Blog findet sich auch direkt der Verweis auf den eigentlichen Hintergrund: zukünftige Patentkriege (siehe “Zurück in die Vergangenheit“).

We recently explained how companies including Microsoft and Apple are banding together in anti-competitive patent attacks on Android.

Mein erster Impuls war: sind die bescheuert?! Ähnlich reagieren offensichtlich auch die Investoren. Während der Nokia und RIM im Pre-market um bis zu 5% zulegen, verliert Google grade 2,5% (wobei an der Börse bei einem solchen Deal immer der Käufer leidet und der Verkäufer gewinnt). Die Anleger vermuten mit Sicherheit (und zu Recht), dass Google/Android nun Third-Party-Hersteller verliert. Ohne klare Absprachen mit Google über den Schutz von Märkten (Motorola in Amerika und HTC in Asien) werden sicher einige Hersteller die Plattform mittelfristig verlassen.

Ein Verlust, den Google offensichtlich billigend in Kauf nimmt. Welche darüber hinaus reichenden Verluste, Google dafür noch in Kauf nehmen muss ist derzeit natürlich nicht absehbar. Als offener Konkurrent zu Apple wird die Suchmaschine, die Videoplattform und die Map sicher nicht mehr lange Standardausrüstung von iOS sein.

Offensichtlich hat Google jedoch so viel in Android investiert, dass die zukünftigen Patentkriege das Investment derart bedrohen, dass sich Google nicht anders zu schützen weiss. Und tatsächlich ist Motorola natürlich ein Schwergewicht unter den Patentinhabern (Nokia und Apple je ~10k, Moto ~17k) im Bereich Mobilfunk.

Deutlich ist auch, dass Motorola in der letzten Dekade nicht in der Lage war, sein Potential auszuschöpfen. Bis auf das Razr kam nichts wirklich bewegendes auf den Markt. Der Umgang mit Android (Xoom, Dongle …) dürfte Google auch keine Freude gemacht haben.

Bei einem Marktanteil von inzwischen 50% der Smartphone-Verkäufe denkt sich Google offensichtlich:

Wenn Android trotz katastrophalem Herstellergebarens ALLER Lizenznehmer so erfolgreich ist, dann müssten wir das mit unserer Passion und unserem Wissen doch auch alleine genauso hinbekommen, wenn nicht sogar besser!

Das dürfte die riskanteste Managemententscheidung sein, die ich seit Nokia/MS gehört habe. Eine sehr, sehr große Wette. Oder mit anderen Worten:

… this is either the smartest thing Google has ever done, or the dumbest. There is no in-between.

 

Written by qrios

August 15th, 2011 at 12:22 pm

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Zurück in die Vergangenheit

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Patentkriege, Netzneutralität, kaputte iPads, Kontrollverlust, Vorratsdatenspeicherung, Netzsperren, Content-Blocking …

Davon lese ich in letzter Zeit und denke “das kommt dir bekannt vor”, “du hast das schon mal gelesen”. Zum Beispiel bei J. G. Ballard und seinen bedrückenden Kurzgeschichten über eine nahe Zukunft. Die Erzählungen in dem Band “Das Katastrophengebiet” sind zum Teil über 50 Jahre alt. “Der unterbewußte Mann” erkennt zum Beispiel als einziger, dass seine gesamte Umwelt vollgestellt ist mit Werbetafeln, die ihre Botschaften direkt ins Unterbewusstsein einspeisen.

An diese Geschichte musste ich denken als ich heute den Artikel “US internet providers hijacking users’ search queries” las (Danke +Kristian Köhntopp). Einige amerikanische Provider haben danach Deals mit Vermarktern und leiten Suchanfragen der Provider-Kunden direkt auf Sites derer Kunden. Man stelle sich vor, die Gasag würde für meine Spülmaschine nur Strom ausliefern, der für Siemens-Geräte ist.

Aber halt! Das gab es doch schonmal. Die ersten Stromnetze hatten ja jeweils ihre eigenen Volts und Frequenzen. Und tatsächlich konnte man damals nicht einfach einen Motor kaufen und davon ausgehen, dass er mit dem gelieferten Strom auch laufen würde.

Und auch die lächerliche Reportage von Akte 2011 über defekte iPads, die die Bild-Online-Seiten nicht darstellen können, fällt unter die Kategorie “bewährte Verfahren der Vergangenheit”. “Broken by Design” war schon immer ein Mittel, zukünftige Märkte aufzubauen. Wenn man es schafft eine kritische Masse zu erreichen ist ein kontinuierlicher Gewinnstrom fast automatisch garantiert.

Aber nur fast. Denn man muss sich ja davor schützen, dass die Konkurrenten die gleiche Technik verwenden aber billiger produzieren oder mit geringerer Marge zufrieden sind. Oder vielleicht gar ein besseres Geschäftsmodell haben. Etwa wie bei Google vs. Microsoft. Dass Google nicht wirklich um den Patentpool von Nortel mitbieten wollte, konnte man ja schon an den abgegebenen Geboten sehen. Das letzte Angebot betrug 3,14. Nachdem sie zuvor verschiedene andere Konstanten abgeliefert haben.

Dabei ist eigentlich die Frage bei Patenten doch die: Warum sollte ein Verfahren schützenswert sein, wenn damit eine kritische Masse erreicht wird? Die kritische Masse, also der Erfolg im Markt sollte doch Belohnung genug sein. Das Verfahren selbst kann doch nur dann einem besonderen Schutz unterliegen, wenn die eindeutige Absicht besteht, sich den Marktmechanismen zu verwehren.

An diesem Punkt hat Google vollkommen Recht, wenn es die gängige Patentpraxis und insbesondere den Erwerb eines Patentpools durch ein Kartell als wettbewerbswidrig bezeichnet. Und John Gruber schiesst sich leider ausnahmsweise ins Abseits, wenn er Google Gejammer über das Verhalten der Konkurrenten unterstellt. (Dass er sich inzwischen auf formale Kritik zurückzieht, zeigt lediglich, dass er sich seines Irrtums bewusst wird.)

Google ist nach meiner Meinung der wichtigste Vertreter der Wirtschaft, der nicht die althergebrachte Art und Weise des Wirtschaftens vertritt. Offenheit ist Firmenpolitik. Wie andere Unternehmen schafft es selbstverständlich auch Google nicht, die eigene Firmenpolitik in allen Bereichen 100%ig umzusetzen. Aber was will man auch von einem 12-jährigen erwarten. Die Firma ist anscheinend auch für den Dialog offen, ob sie irgendwas falsch gemacht hat, wie zum Beispiel bei der Klarnamenrichtlinie von Google Plus. Vertreter des alten Wirtschaftens wie Apple oder Microsoft kann man solche Dialogbereitschaft nicht unterstellen.

Es ist sicher nicht mein Ziel, dass Google größer und größer wird, dass die Anleger sich einen goldenen Arsch mit Google-Aktien verdienen. Aber ich bin für die Beseitigung des Patent(un)wesens und ich bin für Netzneutralität. Und beides sind Ziele für die Google Lobbyarbeit macht. Sowohl in Washington als auch in Brüssel und in Peking. Aber auch auf technischer Ebene durch eigene DNS-Server oder https.

Je größer Google jedoch ist, desto mehr wird das Modell Offenheit Anklang bei anderen Firmen finden. Investoren werden sich vielleicht fragen, warum sie in jahrelange Rechtsstreitigkeiten investieren sollten, wenn man kurzfristiger mit Investments in offene Geschäftsmodelle mehr verdienen kann.

Oder Google kauft sich selbst ein riesiges Patentportfolio z.B. Motorola …

 

Written by qrios

August 6th, 2011 at 1:53 pm

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Yet another broadcasting channel: Google Plus

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Alle Charts über den guten Start von Google Plus sagen eigentlich nur, dass viele Leute wissen möchten, wie das soziale Netzwerk von Google aussieht. Die Frage, die die veröffentlichten Zahlen (zum Beispiel von Comscore: mehr als 20 Mio User) nicht beantworten können, lautet: funktioniert die Mechanik von Google Plus? Es spricht nach meiner Meinung einiges dafür, dass sich Google verrechnet hat.

Die Spannweite der Meinungen zu Google Plus zeigen zwei Posts von zwei Heavy-Usern. +Kristian Köhntopp schreibt:

@isotopp(stillgelegt) auf Twitter hatte 2264 Follower. Das hat recht lange gedauert.
Die Plusteria gibt es erst ein paar Wochen, und da sind nun schon 3100 Follower hinter mir her.
Ich glaube wirklich, daß Twitter bald einpacken kann.

+Nicole Simon geht jedoch wieder zurück zu facebook und twitter:

The reason I am going back to Facebook and Twitter to ‘read’ updates?
Because they don’t scroll down the moment somebody new posts something. This instant update might work if you have like 5 friends in your circles.

Warum funktioniert die Mechanik nicht?

Kern der Mechanik ist die Circle-Lehre also der Mix aus twitter-Follower-Logik und facebook-Gruppen. Nicht mehr Teil der Mechanik, aber natürlich wesentlich für den Erfolg, sind die Funktionen des Interfaces. (Damit und mit der Klarnamenfrage hatte ich mich aber schon beschäftigt.)

Grundsätzlich wird die Circle-Lehre als zu kompliziert für die DAUs bezeichnet. Mails mit Betreffzeilen wie “Kannst Du meine Nachricht sehen?” gab’s von vielen meiner Eingeladenen. Vor dem Hintergrund der Datenlecks in den letzten Monaten und der Diskussionen über Personaler, die sich gerne Partyfotos ansehen ist verständlich, dass die Nutzer anfangs eher vorsichtig posten und den Kreis der Leser eher zu klein halten.

So ist es kein Wunder, dass sich +mspr0 – seines Zeichens Speerspitze der Postprivacy-Bewegung – als digitaler Robin Hood betätigt und Posts aus den Circeln befreit. Dass dies prinzipiell geht (obwohl man eine Warnung bekommt, man möge vorsichtig sein) stellt nach meiner Meinung einen Designfehler dar. Ganz abgesehen von dem absolut nervenden Umstand, der sich dadurch ewig wiederholenden animierten Gifs.

Im Prinzip handelt es sich bei Google Plus um eine dissipative Struktur. Ein Element einer Struktur wird angeregt/informiert, reagiert daraufhin und regt an/informiert andere Elemente. Das ursprüngliche Element erhält ein Feedback und konstruiert danach ein Abbild seiner Umgebung. Der beste Einstieg in das Thema dissipativer Systeme ist nach wie vor von Erich Jantsch mit dem recht bombastischen Titel “Die Selbstorganisation des Universums. Vom Urknall zum menschlichen Geist“.

Bei Google Plus funktioniert dieser “Mechanismus” nur sehr bedingt. Postet ein Nutzer eine Nachricht an einen bestimmten Kreis von Leuten, denen er folgt erhält er in den meisten Fällen kein Feedback darüber, wer von diesen Usern die Nachricht sehen kann (Kontrollverlust …). Selbst bei Nutzern, die ihm auch folgen, ist nicht gewährleistet, dass diese auch den kompletten Stream lesen oder den jeweiligen Circle-Stream. (Daran ändert auch das heutige Update nichts.)

Ein weiterer Effekt der inneren Mechanik ist für den notwendigen Schneeballeffekt wahrscheinlich noch katastrophaler. Da viele User nur in ihren Kreisen posten, erscheint auf ihrer Profilseite keine einzige Nachricht, wenn ich nicht in einem ihrer Circle bin. Warum aber sollte ich jemandem folgen, der nichts veröffentlicht. Besonders in der Anfangsphase stellt sich dies als echter Showstopper dar.

Geht man von einer 90/10-artigen Regel für die Verteilung von Voyeuren und Exhibitionisten auch bei Google Plus aus, führt dieser Mechanismus jedoch zu einem unidirektionalen Sender-Empfänger-Verhalten. Wenige Nutzer betätigen sich als Broadcaster und teilen permanent die Inhalte, die andere Broadcaster eingestellt haben. Die Eigenschaft des Webinterfaces, alte Nachrichten immer wieder hervorzukramen nur weil noch jemand seinen Senf dazu gegeben hat, verstärkt den Effekt noch. Und so überrascht es nicht, wenn meine Timeline mit 100+ Posts im Schnitt von maximal 10 Leuten gefüllt wird. Und ausnahmslos alle aus den G+-Charts in meinem Stream posten public. Demgegenüber sind die Nachrichten aus meinem weiteren sozialen Umfeld (welches man nicht als analog bezeichnen könnte) nur eingeschränkt zu lesen.

That sounds exactly like the thinking of a machine to me.

Von einem sozialen Netzwerk ist Google Plus damit weiter entfernt als fb und twitter. Besonders vor dem Hintergrund des momentanen Gamification-Hypes frage ich mich, warum dieser Effekt in den internen Tests nicht aufgefallen ist. Vermutlich erhofften sich die Mitarbeiter Vorteile in ihrem Arbeitskontext und waren daher fleissigere Nutzer als sie es ansonsten gewesen wären. In der aktuellen Form bietet Google Plus nur Belohnungen für die Exhibitionisten. Und wenn die Voyeure wegbleiben, dann gibt es auch keine Belohnung mehr für die Exhibitionisten. 

 

Written by qrios

July 29th, 2011 at 8:39 pm

Link-Tipp: Zalando Bewertung

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Bei der Kassenzone gibt es eine umfangreiche und gut geschriebene Analyse zu Zalando und der aktuellen Bewertung der Firma. Obwohl bei diesem Thema viel im Nebel gestochert werden muss hebt sich der Artikel wohltuend von Hype- und Bashing-Elaboraten andernorts ab.

Written by qrios

July 29th, 2011 at 7:56 pm

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Kleine Google+-Circle-Lehre

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Seit vier Tagen stellt sich für die Nutzer von Google Plus (aka G+) die Frage, wie man mit den Kreisen (Circles) umgehen soll. Vor allem die Frage, wer, was, wo, wann sieht, ist nicht unbedingt eingängig.

Wann und wo sehe ich ein Posting?

Post in →
↓ Meine Einordnung
Public Extended Circles Circle(s) mit mir Direkt
Poster ist gezirkelt Stream,
Circle mit Poster
Stream,
Circle mit Poster
Stream,
Circle mit Poster
Stream,
Circle mit Poster
Poster ist nicht gezirkelt Stream (wenn es eine Übereckbeziehung gibt) Incoming Incoming
Poster geblockt

 
Neben dem Stream, den Circles und ‘Incoming’ gibt es noch ‘Notifications’. Dort erscheinen unter anderem auch die Kommentare auf Nachrichten, die man jemanden direkt geschickt hat. Diese Nachrichten selbst findet man ansonsten auch in dem eigenen Profil unter ‘Posts’.
 
Eigentlich halte ich die Idee für schlüssig und hätte gerne auch noch geschachtelte Kreise. Allerdings vermute ich, dass das System bereits jetzt zu kompliziert für meine Mutter ist. Mal sehen, welche Änderungen noch kommen. Vorschläge gibt es viele …

Written by qrios

July 4th, 2011 at 9:12 am

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Ein sehr subjektiver Google+-Rant

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Mein erster Comment zu Google+ war:

Das war’s dann wohl mit facebook

Da hatte ich die Videos kurz durchgesehen und war begeistert. Inzwischen hat sich meine Euphorie gelegt und ist der Frage gewichen, wie wohl das Ende von Google+ aussehen wird. Kommen wird es auf die eine oder andere Art.

Was ist Google+ eigentlich?

Für mich ist Google+ momentan nicht mehr als twitter mit Chat-Funktion und Gruppen. Mit der Chat-Funktion meine ich allerdings nicht talk oder Hangout sondern die Kommentare in meiner Timeline. Und diese machen das System eigentlich für mich vollkommen uninteressant. Nein, eigentlich das falsche Wort. Sie machen es zu einem Zeitkiller. Wie Johnny vom spreeblick (der sich übrigens wohlwollend zu Google+ äusserte) sagte:

Muss. Google+. Geschlossen. Lassen. Will. Arbeit. Schaffen.

Ich möchte Comments nicht automatisch sehen. Ich bin viel zu schnell abgelenkt. Und vor allem sind sie eine gnadenlose Platzverschwendung.

Überhaupt Platzverschwendung …

Rechte und linke Spalte nehmen bei mir ca. 50% der sichtbaren Breite weg. Dabei sind es nur Funktionen, die ich eigentlich nur bei Bedarf brauche und die offensichtlich auch keine zusätzlichen Updates enthalten. Im Schnitt sehe ich zwei Posts. Wenn jemand ein Bild postet und dieses mehrfach kommentiert wird sogar nur einen. Da der Content-Bereich eine feste Breite hat nutzt mir ein breiteres Fenster nichts. Zur Verwaltung der Circle braucht man aber spätestens beim fünften Kreis ein breiteres Fenster.

Plus vs. Share

Google hat leider nicht den Mut gehabt, alte Zöpfe abzuschneiden. Die Ambivalenz von Like/Share und Fav/Retweet muss nicht sein und nervt total. Momentan ist ein Share auch noch so schlecht umgesetzt, dass ein und der gleiche Eintrag mehrfach in der Timeline auftaucht. Und wahrscheinlich kann es konzeptionell auch nicht anders gelöst werden, denn: Wohin mit den Comments, die sich ja immer auch auf den Sharer beziehen? Mit einem mutigen “weniger ist mehr” hätte Google erheblich Komplexität (des Interfaces) und Unsicherheit (der User) aus dem System nehmen können.

-Google+-API

Es gibt noch keine API. Hallo? Wie hat Google das denn ohne saubere Schnittstelle entwickelt? Wenigstens die Basisfunktionen hätten sie anbieten können. Dann gäbe es nämlich innerhalb weniger Tage platzsparendere Interfaces.

Sortierung der Timeline

Die Postings werden auch bei Google+ nach Relevanz sortiert. Und das nervt ungemein. Dieses Feature ist einer der Hauptgründe, warum ich facebook nicht benutze und twitter liebe. Wie sollte denn eine Maschine wissen, was ich grade bevorzuge? Ich weiss es doch selbst nicht mal. Wann ich was spannend finde hängt von so vielen Faktoren ab, dass möglicherweise sogar Quanteneffekte Einfluss haben. Ich will wenigstens den fb-Button für “Neueste Meldungen”.

Keine Nicknames

Was hat Google geritten, die Nicknames wegzulassen? Die Hälfte der Bevölkerung sind weiblich und sehr viele von denen (und nicht nur von denen) mögen es nicht, mit ihren Klarnamen in öffentlichen Profilen zu erscheinen. Und sowohl bei facebook als auch bei twitter haben sich viele für einen oder mehrere Netzidentitäten entschieden. Eine berechtigte Frage also von @da_niesl:

Hilfe, waas sind das für Menschen und Namen bei Google+?

Photos?

Eine der merkwürdigsten Funktionen dürfte sicher “Photos” sein. Eine Seite auf der Photos von Usern aus meinen Zirkeln dargestellt werden. Wenn dann jemand einen Bulk-Upload seiner Fotos macht sehe ich dort lauter vollkommen uninteressante Almbilder. Die habe ich mir übrigens schon ansehen müssen, als derjenige sie in meine Timeline geschüttet hat.

Nach einem Tag mit Google+ bleibt eigentlich nicht mehr als die große Verwunderung drüber, dass es nun facebook für alle gibt, die facebook nicht leiden können. Wenn das die Aufgabe an die Entwickler war, dann haben sie ihre Arbeit gut gemacht. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.

Written by qrios

July 1st, 2011 at 3:15 pm

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Webdesign ohne Rücksicht auf die Nutzer

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Eine immer wiederkehrende Frage in Relaunchprojekten lautet: Gibt es denn Zahlen über die Verbreitung der Bildschirmauflösungen? Einfache Geister fragen auch gerne: Sind 21-Zoll-Monitore heute Standard? Im Kern geht es darum, festzulegen, für welche Auflösung die Site in Zukunft optimiert werden soll.

Besonders der Relaunch von golem.de durch die information architects hat mich veranlasst, die Frage mal an Hand einer großen General-News-Site mit mehreren Millionen Visits pro Monat zu beantworten. Die Zahlen bei golem könnten davon abweichen, da es sich um ein technophiles Publikum handelt. (Allerdings wage ich die Aussage, dass diese noch eher zu mobilen Geräten greifen, als die Nutzer bei der News-Site) Denn tatsächlich fällt mir bei golem auf, dass ich als Leser beim Aufruf der Startseite nur noch sehr, sehr wenig Inhalt sehe.

Bildschirmauflösungen mit einer Höhe größer als 1200 Pixel sind mit 5% als Exoten zu bezeichen.

Und tatsächlich spiegelt sich in der Auswertung der Trend zu Notebooks, Netbooks und mobilen Geräten wieder. Fast 95% aller User hat einen Bildschirm mit einer Auflösungshöhe von 1200 oder weniger Pixeln. Knapp die Hälfte aller Rechner kommt mit einer Höhe von unter 960 Pixeln auf die Site. Darunter fallen zum Beispiel die neuen MacBook Air mit 1366 x 768 Pixeln.

Auf meinem Rechner sieht golem bei Standardeinstellungen zum Beispiel so aus: die aktuellen Inhalte muss man sich erst erscrollen.

Sehr interessant ist auch die Tatsache, dass sich Rechner mit einem Verhältnis von 16:9 deutlich durchsetzen: ein Viertel der User mit einer Höhe zwischen 720 und 960 Pixeln hat eine Bildschirmbreite von 1440 bis 1680 Pixeln. Der Vollständigkeit halber hier noch die Breite in Bezug zur Höhe:

Die prozentuale Verteilung der gerundeten Breite (X-Achse) zur Höhe (Y-Achse) der Bildschirmauflösung.

Obwohl mir das aufgeräumte Layout der Arbeiten von information architects normalerweise gefällt halte ich den Trend zu “aufgeräumtem” Layout für eine Entwicklung, die an den technischen Gegebenheiten der meisten User vorbeigeht.

Written by qrios

May 30th, 2011 at 4:21 pm

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Heute im Angebot: 35 Millionen qualifizierte GMail-Adressen

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Matthijs R. Koot von der Universität Amsterdam hat gestern einen Artikel gepostet der mich ungläubig mein Terminal aufmachen liess um zu überprüfen, was er da geschrieben hat. Die Liste aller GMail-Nutzer ist abrufbar und zwar ohne mit irgendeiner fiesen Brute-Force-Attacke zu arbeiten. Laut Koot hat er innerhalb eines Monats 35Mio Profile geladen.

Mein Google-Profil mit Location, Links zu Blog und tumblr und Buzz/twitter

Und tatsächlich erlaubt nach wie vor die robots.txt das automatische Durchforsten. Dank Sitemap-XML bekommt man sogar die komplette Liste frei Haus geliefert.

Die Sitemap enthält ca. 7000 URLs zu weiteren Listen von jeweils 5000 Profilen. Das macht tatsächlich 35.000.000 Profile. Eine Profil-URL enthält im Normalfall den Namen des Nutzers und die Nutzer-ID. Letztere ist offensichtlich identisch mit der GMail-Adresse. Hat der Nutzer – wie ich – weitere Angaben zu seiner Person gemacht sind diese auf dieser Seite verfügbar und können ausgelesen werden.

Bei mir ist zum Beispiel die Verknüpfung von twitter zu Buzz eingestellt, was meine Tweets verfügbar macht. Da ich manchmal auch Google Latitude verwende kann man mit minimalem Aufwand meinen Hauptaufenthaltsort aus der URL zu einer statischen Karte auslesen.

Ich bin mir doch ziemlich sicher, dass die meisten Nutzer von GMail kein gesteigertes Interesse daran haben, dass ihre Adressen mit Nutzernamen, Foto und möglicherweise weiteren Infos wie Picasa-Account in irgendwelchen Datenbanken von meist dubiosen Firmen oder Personen landen. Und ganz ehrlich: von den VZ-Netzwerken habe ich das Bewusstsein für den Schutz der Privatsphäre nicht erwartet. Von Google allerdings schon.

Written by qrios

May 25th, 2011 at 10:42 am